Mit Sparta verbinde ich harte Kämpfer im alten Griechenland, da Sparta früher die stärkste Wehrmacht in Griechenland stellte. Ausserdem ist Sparta, neben seinem Namen, natürlich auch in diversen Filmen entsprechend zelebriert worden.
Weitaus enttäuschender ist Sparta dann, wenn man selbst mitten in diesem Ort steht. Die beiden Hauptstrassen des Ortes sind ungepflegt. Autos parkieren, wie üblich, in zweiter oder dritter Reihe und Kaffees und Souvenirläden säumen die Gehwege. Natürlich kommen noch einige Duzend Reisebusse hinzu, welche mit Sicherheit den einfacheren Weg über die Autobahn gewählt hatten.
Doch mein Ziel waren ja die Ausgrabungsstätten von Sparta. Der Parkplatz, der leider wohl vor kurzem einer «Vorbildlichen Tagesschule für Kinder und Jugendliche» weichen musste (zumindest so das Schild), war nun nicht mehr als eine Strasse und eine etwas grössere Kreuzung, welche von allen als Parkplatz missbraucht wurde. Natürlich stellte auch ich meinen Camper auf dieses «Parkfeld» und nahm den kurzen Gehweg zu den Ausgrabungen in Angriff.
Der Eingang und die Personenkontrolle (oder war dies vielmehr der Ticketverkauf) waren unbesetzt. Das Tor stand jedoch derart weit offen, dass ich mich entschied, einfach passieren zu dürfen.
Im Gegensatz zu Olympia setzen die «Spartaner» wohl auf die Begehbarkeit der Stätte. So fehlten jegliche Absperrungen gänzlich und man konnte sich mehr oder minder frei bewegen. Jedoch ist die gesamte Stätte recht übersichtlich und, wie mir schon früher berichtet wurde, nicht sonderlich aufregend. Einzig das Theater und vor allem die Dimensionen des Theaters sind sehenswert.


Denn dieses Theater bot, gemäss Angaben auf der Inschrift, rund 17’000 Personen Platz, wobei der gesamte Innenraum sowie die Bühne sehr deutlich erkennbar waren. Selbst die ersten Sitzreihen sowie weitere Sitzreihen in der Folge waren deutlich zu erkennen. Da man ganz am oberen Ende des Theaters stand und zudem hinter sich noch weitere Gebäude für wichtige Persönlichkeiten erkennen konnte, konnte man sich ein durchaus gutes Bild von der gesamten Anlage verschaffen. Dies auch, obschon weite Teile des Theaters wohl noch unter Erde und Olivenbäumen zu finden sein dürften.

Wie das Theater damals hätte aufgebaut sein können, zeigte eine Mauer, welche sich am Rande des Theaters befand. Natürlich konnte ich die Inschriften nicht entziffern. Für mich war es jedoch schon sehr spannend, dass die Rundung unten die Mauer nicht abschloss, sondern die Mauer mit diesen wunderschön verarbeiteten Steinen begann.
Am Schluss der Ausgrabungsstätte (oder zu Beginn) befindet sich ein «Rundbau», der mit einem Bild erklärt wurde. Auf der Tafel ist, aus hoher Sicht fotografiert, zu sehen, dass es sich wirklich um einen Rundbau handeln muss. Die Antwort, wozu dieser Rundbau eigentlich diente, blieb die Tafel jedoch schwach. Aber auch hier fand ich die Technik, vor allem die perfekt erhaltenen Marmorplatten, wirklich sehenswert. Dass diese Marmorplatten nicht erst im 20. Jahrhundert eingefügt wurden, war zwar nirgends zu lesen. Aber da die Steine darüber und darunter, sowie diejenigen, welche neben anderen Platten am Boden lagen, sich äusserst ähnelten, gehe ich davon aus, dass diese Marmorplatten tatsächlich seit über 2000 Jahren so zwischen die übrigen Wände gelegt wurden. Ob diese wohl in früheren Zeiten eine Bedeutung hatten?