Die Reise beginnt

By | 11. Juni 2019

Pfingstmontag Nachmittag. Ich sitze in der gemieteten Carado T448, alles gepackt und startklar. Jasmin steht an der Seite meines Fahrzeugs, macht Bilder von mir. Ein komisches Gefühl, denn ich werde nun knapp fünf Wochen unterwegs sein.  Auch das Gespräch am Vorabend machte die Reise nicht gerade einfacher. Es regnet.

Trotzdem starte ich den Motor und setze den Wagen etwas zurück, bevor ich der Rütiholzstrasse entlang fahre. Die Reise geht los, endet jedoch auch gleich, gut 100 Meter weiter, mit einem parkierten Wagen, welcher ein Weiterkommen gekonnt verhindert. Also drehe ich den 7.45m langen und 2.33m breiten T448 und fahre entsprechend wieder am Haus vorbei.

Lars sieht aus dem Fenster und sieht mich noch einmal. Ich ignoriere unser Haus gekonnt, da ich nicht gewusst hätte, ob ich wirklich weiterfahren würde.

Über die Sihltalstrasse komme ich auf die Autobahn Richtung Gotthard. Der Pfingstmontag macht es mir einfach: absolut kein Verkehr. Weder auf der Autobahn, noch später auf der Achsenstrasse oder vor dem Gotthardportal.

Doch auch auf Tessiner Seite war das Wetter nicht wirklich besser. Es regnete massivst. Zudem waren Blitz und Donner deutlich zu sehen, respektive hören. Zu meiner Freude, denn der Rückreiseverkehr vom Pfingstwochenende stand im Regen während ich locker mit 120km/h in Richtung Bellinzona fahren konnte.

Auch die Landesgrenze bei Chiasso war frei vom Verkehr – erneut natürlich nur auf meiner Seite. Und so kam ich zügig in Richtung Mailand und zu etwas mehr Verkehr. Die Mailänder Transversale ist ja immer so eine Sache. Und so war sie auch am Pfingstmontag ordentlich voll. Trotzdem stand ich lediglich gut 30 Minuten, bis ich an der ALT-Stelle mein Ticket für die Autobahn Richtung Venedig erhielt.

Es war inzwischen reichlich spät. Ich entschied mich, nicht bis Venedig zu fahren, sondern die erste Nacht am Gardasee zu verbringen. Bei Sirmione verliess ich die Autobahn, um kurz darauf beim Camping Sirmione mein erstes Nachlager aufzubauen. Um diese Jahreszeit ist keine Reservation notwendig. Es hatte definitiv genügend freie Plätze, wovon mir ein Gemütlicher zugewiesen wurde.

Und obschon ich von den ersten paar hundert Kilometern recht müde war, machten mir meine Gedanken die Nacht zum Tage. Wirklich viel geschlafen habe ich nicht. Da halfen auch die wunderbare Pizza im Camping-Restaurant und die beiden Biere nicht. Meine Gedanken kreisten bis irgendwann der Geist doch stärker war als der Kopf und mich einschlafen liess.

Zum Glück hatte ich noch das Fenster und die Dachluke geöffnet. Wäre ja auch schlecht gewesen, wenn nicht. Denn etwas Luft war ja gut. Aber dass es am Gardasee so kalt wurde, damit habe ich nach der Reise nicht gerechnet. Bot Sirmione mir bei der Ankunft noch gute 28 Grad, musste es nun wenig über 10 gewesen sein, als ich morgens um 3 schlotternd aus dem Schlaf gerissen wurde und zuerst meine Bettdecke suchen musste. Das kleine Intermezzo blieb nicht ohne Folgen: mein Kopf hatte sich erholt und die Denkmurmel schon wieder auf Vollgas geschaltet.

Was für ein erster Tag und eine erste Nacht. Hoffe mal, dass der Rest der Reise mehr für mich zu bieten hat…