Gattikon, 5. August 2019. Schon ist es wieder vorbei, schon sind wir wieder zu Hause. Und doch war auch dieses Wacken Open Air von Neuem ein unvergessliches Event der Sonderklasse.
Schon im Vorfeld zeichnet sich so einiges ab. Die Robbenkloppers, unsere letztjährigen Freunde aus Duisburg, schlagen ordentlich Alarm und freuen sich wohl auch, wie wir, dass wir auch dieses Jahr wieder gemeinsam feiern können. Es werden Nettigkeiten ausgetauscht und spannende Geschichten im Vorfeld erläutert. Natürlich ist bei beinahe jedem Text auch eine kleine Passage für unseren Unglücksraben Alex dabei, der genüsslich weit unten durch muss.
Am Sonntag treffe ich gegen Mittag auf Stefan und Michi, welche bereits seit 15 Minuten auf mich warten müssen. Eine leichte Verspätung, welche durch ein verspätetes Mittagessen entstanden ist. Nachdem ihre Sachen in der Carado verstaut sind, machen wir uns auf ins Depot, um das grosse Festzelt zu laden. Alles findet seinen Platz und so geht es in Richtung Stuttgart, wo wir noch Laura aufladen wollen.
4 1/2 Stunden später sitzt auch Laura im Wagen und wir steuern die Carado über Kassel in Richtung Hamburg. Die Nacht ist schon deutlich fortgeschritten, als wir etwas nördlich Hamburgs, auf dem Autohof von Tornesch Halt machen, um uns einige Stunden Schlaf zu gönnen. Auf dem Parkplatz wimmelt es bereits von Wackengängern. Es entstehen, zum Feierabendbier, einige erste witzige Gespräche.
Kurz nach Sonnenaufgang fahren wir nach Horst, um den REWE Getränkemarkt leer zu räumen. Doch zu unserem Bedauern gibt es dort äusserst wenig für uns. Man rät uns, nach Itzehoe zu fahren. Die grossen Ketten EDEKA und Kaufland stünden uns direkt zur Verfügung.
EDEKA hat wirklich alles zu bieten. So kaufen wir unsere Vorräte und beladen insgesamt 192 Dosen Bier, 24 Flaschen Süssgetränke, 6 Kilogramm Fleisch und sonst noch so allerlei Dinge, welche wir in den nächsten Tagen vernichten wollen.

Wir treffen auf Hagi, der uns gespannt zuschaut, wie wir erstmalig unsere Grex Kor Fahne am Fahrzeug befestigen. Dass wir nach Wacken wollen, sah er uns natürlich an und bot uns darauf, uns über die B5 an allen Staus vorbei zum grossen EDEKA von Wacken zu bringen – unserem Treffpunkt mit den Duisburgern.
Doch wir sind mindestens 2 Stunden zu früh am Treffpunkt und so entscheiden wir uns, erstmal Flagge zu hissen und den Bartisch aufzustellen. Hagi «entschädigen» wir mit Feldschlösschen, welches wir von zu Hause mitgebracht haben.

Mit einer einstündigen Verspätung treffen die Robbenkloppers aus Duisburg ein. Intensiv und ausdauernd begrüssten wir uns und stellen natürlich auch gleich unsere Begleitung vor. Die Robbenkloppers erschienen ebenfalls mit Veränderungen: Roland hatte die Gruppe verlassen, nachdem sich Alex mit seiner Freundin vergnügt hatte und sich diese Beiden nun als Paar präsentieren. Zusätzlich kam Kris hinzu. Hanna war noch auf der Anreise, da sie aus Australien etwas länger benötigte.
Mit Kris verstanden wir uns sofort ebenfalls sehr gut und so entstand das erste «Gruppenfoto» des Jahres: die drei Wacken-Jungfrauen:

Danach gehts auch schon direkt aufs Feld. Doch wir kommen nicht mehr aufs Feld D, welches dieses Jahr am nächsten am Eingang liegt. Auch die beiden Felder I und J sind bereits voll und so lenkt man uns auf W – also an Ende der Welt. Musste dies denn sein? Egal. Wir bauen unser Camp auf und schon kurz danach stellen wir fest, dass wir eigentlich mit zwei Camps vollkommen überfordert sind und nur noch als eine einzige Einheit funktionieren und uns als solche verstehen wollen. So stellen wir das grosse Zelt etwas um, so dass alle Platz finden und geniessen fortan die Nähe zu unseren Freunden.
Kris wird noch am selbigen Abend von den Robbenkloppers getauft und in die Gruppe aufgenommen. Für Michi haben wir uns den nächsten Tag aufgespart. Trotzdem muss auch er eine Taufe über sich ergehen lassen und tut dies mit Bravur. Stefan und ich freuen uns riesig, dass er es auch gleich zu den Robbenkloppers schafft und sich auch bei ihnen als vollwertiges Mitglied ansehen lassen darf. Es entsteht kurz vor dem Dorf das übliche Gruppenfoto.

Am Abend beschäftigen sich Michi und Alex noch mit einer weiteren Neuerung in unserem Camp. Wir kriegen ein Haustier: den Biersch.

Der Mittwoch bricht an und für mich ein ganz spezieller Tag. Denn ich hatte uns noch vor meiner Abreise nach Griechenland für den W:O:A Soccer Cup angemeldet. Mich selbst stelle ich zudem als Schiedsrichter zur Verfügung. Die Warteliste haben wir damit wohl gekonnt übersprungen und so dürfen wir am Mittwoch am Turnier teilnehmen. Zwei von uns sind jedoch in derart gutem Zustand, dass ihre Spielfähigkeit lange unsicher bleibt. Für mich galt dies glücklicherweise nicht, denn ansonsten hätte ich die Hitze am Spielfeldrand nicht ausgehalten.

Trotzdem findet sich ein gesamtes Team aus 5 Spielern und 2 Ersatzspielern um 12:45 Uhr am Spielfeldrand ein und startet auch gleich in die erste Herausforderung. Wir hatten leichte Chancen und hätten wohl – unter Voraussetzung allgemeiner Wettkampffähigkeit – dieses Spiel auch gewinnen können. Dies sah bei unserem zweiten Spiel dann schon deutlich anders aus: nicht den Hauch einer Möglichkeit entstand. Enttäuscht waren wir trotzdem nicht, denn wir stahlen mit unserem Kreuz und unserem Biersch so manchem Team etwas die Show. Lediglich das Team O.B. konnte uns das Wasser reichen. Das zweite Wunder an diesem Nachmittag ist dann eher die Tatsache, dass sich keiner der Robbenklopper ernsthaft verletzte. Lediglich ich bekam unglücklich einen Ball an den Daumen. Dieser schmerzt auch eine Woche nach dem Event noch ordentlich…
Damit waren die Tage bis zum eigentlichen Open Air auch schon in genügenden Details erläutert. Auch das Bildmaterial fehlt ab sofort natürlich, denn es beginnen die Konzerte und damit auch häufig die Zeit, welche wir nicht mehr als Team verbringen und uns nur noch im Camp treffen.
Bereits nach 3 Stücken unterbrechen die Verantwortlichen unser erstes Konzert – die Wacken Firefighters: Unwetterwarnung und Evakuierung des Geländes. Wie sich dies für ordentliche Metalheads gehört, geht die Evakuierung enorm friedlich von Statten.
Mein übriges Lineup für dieses Wacken ist zwar nicht so umfangreich wie auch schon, dafür habe ich mir aber mehr Zeit im Camp gegönnt und dadurch viele spannende Gespräche geniessen können.
Line-Up 2019:
- Hammerfall
- Airbone
- Sabaton
- Daemons & Wizards
- Die Kassierer
- Subway to Sally
- Of Mice & Man
- Parkway Drive
- Meshuggah
- Eisbrecher
- Wacken Firefighters
- Torsten Sträter (bis zum üblen Bauchkrampf)
- Die Happy
- Lionheart
- Frog Leap
- Myrath
- Witt
- Fiddler’s Green
- Mr. Hurley & Die Pulveraffen
Wacken 2019 geht für uns mit einem Schrecken zu Ende. Denn die Abreise aus Wacken verzögerte sich kurz hinter Schenefeld um 3 unnötige Stunden.

Glücklicherweise sind bei dem Ausflug ins Grün alle heil geblieben. Es ist lediglich der Rückspiegel und der FIAT Teil der Carado ernsthaft betroffen. Trotzdem wird mich dieser Vorfall wohl noch einige Tage ziemlich beschäftigen, denn ich war zu diesem Zeitpunkt für die Sicherheit im Fahrzeug verantwortlich.
Nach rund 20 Stunden Stau und Fahrt erreichen wir Thalwil in den frühen Morgenstunden und freuen uns, den Rest der Fahrt gut überstanden zu haben.
Gleichwohl haben sich alle Insassen des Fahrzeuges entschieden, auch 2020 wieder nach Wacken zu pilgern, denn die Ansage der Organisatoren ist für mich mit den drei Bands Amon Amarth, Judas Priest und Sick of it all schon zu gut, um nicht dabei zu sein.