Moltinus befand sich immer noch in einer vollkommen anderen Welt als er seine Augen öffnete. Sein Kopf brummte von einem Gemisch aus Wein und Bier und irgendeiner klaren Flüssigkeit, welche Ghosti ihm des Abends reichte. Und doch konnte es noch nicht so spät sein, als er die Augen öffnete: immerhin war es dunkel draussen… Doch vom Fest fehlte jegliche Spur. Er lag in einem Bett, die Decke weich und flauschig, das Kissen etwas härter – genau so, wie er es mag.
Erschrocken setze Moltinus sich auf und sah sich um: sein Bett war es nicht und ausser ihm war trotzdem niemand im Raum. Doch wie lange schon? Was war das vorhin, wer hat ihn gütigerweise hier hin gebracht? Hatte er es wirklich so übertrieben gestern oder war es Ghosti’s Gesöff, welches ihn so zugerichtet hatte?
Es schien ihm, als fehle da was in seinen Erinnerungen. Der Versuch, sich aus diesem Schlafgemach zu erheben, scheiterte kläglich am Pochen in seinem Kopf. Und so liess er sich wieder in dieses Kissen sinken, welches nach Rosen zu duften schien. Erneut schlief Moltinus tief und fest ein.
Eine süsse Brise aus Rosen mit einem leichten Hang zur Schärfe umgarnte die Nase Moltinus als er erneut aus seinen unidentifizierbaren Träumen geweckt wurde. Das selbe Zimmer, das selbe Bett. Aber diesmal war er nicht allein: Haudegin sass auf einem Stuhl am Rande des Raumes und betrachtete ihn.
„Na junger Ritter? Haben wir gut geschlagen?“ Fragte sie mit einem leicht erquickten Unterton. „Danke, dass Du mich hergebracht hast. Ich bin glaub…“ – „etwas von der Rolle gewesen? Jap. Sternhagelvoll und komplett weggetreten – vorgestern Abend! Meine Kammerdienerinnen und ich haben Dich über geschützte Wege in mein Gemach gebracht. Ansonsten wärst Du wohl vor Deinen Kämpfern deutlich durchgefallen.“
„Aber wir… “ – Sie verneinte. Das wäre nicht ihr Stil. „Aber… VORGESTERN?!?“ – „Ja“, antwortete sie mit ihrem wundervollen Lachen. „Du hast grad mal 24 Stunden durchgepennt – so gut warst Du beisammen!“ Aber egal, wichtiger sei nun aber vielmehr, dass Moltinus sich endlich seinen Mannen stellen würde, zumal er sich den heutigen Tage nicht im Schlosse hätte blicken lassen.
Moltinus, der nun wieder aufrecht stehen konnte, genoss das Bad, welches die Kammerdienerinnen ihm vorbereitet hatten, bedankte sich bei seiner Wohltäterin und verliess, zu entsprechend später Stund das Schloss, um kurz darauf sein Eigenes zu betreten – stolz erhoben als Ritter und LdN in seinem Herzen tragen.
ENDE.