Wir schreiben den sechsten Januar im Jahre des Herrn 2018. Mit einem Tross von 2’000 Mann verliess Moltinus sein Schloss, gewandet in bester Seide und hoch stolz haltend das Banner LdN nach seiner Brust. An seiner Seite flankiert von seinem Freund, den alle Zündholz nannten, marschierten sie dem Schlosse Königs Ghosti entgegen. Weisser Rauch entsprang des Königs Kamin, als die Karawane die Burgtore durchschritt und sich dem Gehöft des Ehrenwerten näherten.
Stolz betrat Moltinus den Königssaal und kniete vor seinem Herrscher nieder. Ghosti, der Herrscher über die Narren, erhob sich und zollte dem Antlitz Moltinus Respekt. Ja, der Neutrale soll es verdient haben. Er zog sein langes Schwert aus der Scheide, ging auf den kleinen Burgmeister zu und sprach besonnenen Wortes: «Moltinus, Eidgenoss und Helvetier, vom Stande zu Blickenstorf, aus dem Geschlecht der Züricher, erhebt Euch! Im Namen unseres Gottes, des heiligen Blödsinns und Königs der Narren erhebe ich Dich feierlich in den Stand des 4. Ritters! Fortan sollst Du den Narren als Verteidiger des Blödsinns im Range des Kriegsmeisters dienen und die Legion in unserem Sinne begleiten.»
Moltinus erhob sich und seine Mannen jubelten hinter ihm. Er aber erhob sein Horn, füllte es mit güldenem Wein und ragte es zum Himmel. Sein Freund, der Zündelprinz, stiess zuerst mit ihm an und gelobte mit den Worten «auf gute Freunde, verlorene Seelen» die dauerhafte und enge Freundschaft weiterzuführen. Mit Tränen der Freude in den Augen sah Moltinus die jubelnde Meute an und wusste, es war gut.
So überliefern sich gewiefte Geschichtsschreiber den Ritterschlag von Sir Moltinus, der fortan als Ritter an Ghosti’s Tafelrunde teilnahm.