{"id":292,"date":"2019-06-17T14:29:33","date_gmt":"2019-06-17T12:29:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/?p=292"},"modified":"2019-06-17T18:06:08","modified_gmt":"2019-06-17T16:06:08","slug":"kalamata-sparta-die-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/2019\/06\/kalamata-sparta-die-herausforderung\/","title":{"rendered":"Kalamata &#8211; Sparta: die Herausforderung"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-293\" src=\"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Kalamata-Sparta-1024x372.jpg\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Kalamata-Sparta-1024x372.jpg 1024w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Kalamata-Sparta-300x109.jpg 300w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Kalamata-Sparta-660x240.jpg 660w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Kalamata-Sparta.jpg 1144w\" sizes=\"(max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/p>\n<p>Von Kalamata aus f\u00fchrte mein Weg heute noch nach Sparta, um die dortigen Ausgrabungen zu besichtigen. Ich w\u00e4hlte hierf\u00fcr die &#171;Toll Free&#187; Strecke. Dies tat ich einerseits, weil ich keine Lust auf schn\u00f6de Autobahn-Raserei hatte und andererseits, um das Hinterland auch mal zu sehen.<\/p>\n<p>Meine Entscheidung war falsch. Denn h\u00e4tte ich mir die Strecke vorher angeschaut, h\u00e4tte ich die Autobahn gew\u00e4hlt. In 57.5 Kilometern bot die Strecke alles, was man mit einem gemieteten Camper nicht erleben m\u00f6chte. Schon kurz nach Abfahrt aus Kalamata stand der erste Bergpreis an. Die Strecke f\u00fchrte entlang steiler Felsw\u00e4nde, die jeweils mit dem Strassensignal f\u00fcr &#171;Steinbruch&#187; angek\u00fcndigt wurden, und f\u00fchrte von 0 H\u00f6henmeter auf 500 Meter \u00fcber Meer &#8211; binnen 10 Kilometer versteht sich. In jeder engen Kurve, und das waren Einige, freute ich mich dar\u00fcber, dass mal wieder niemand ausser mir auf der Strasse war. Doch selbst auf &#171;gerader&#187; Fahrbahn bot die Strecke mir keine Ruhe. Steine, zum Teil schon kleine Felsbrocken, lagen entweder auf oder neben der Strecke, wobei der Asphalt jeden ihrer Aufschl\u00e4ge noch perfekt nachzeichnete. An der Spitze des ersten Berges, auf gut 500 Meter \u00fcber Meer, wurde ich dann das erste Mal f\u00fcr meine halsbrecherische Fahrt belohnt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-294\" src=\"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_114235-1024x498.jpg\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_114235.jpg 1024w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_114235-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_114235-660x321.jpg 660w\" sizes=\"(max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Aussicht auf Kalamata und das Meer!<\/p>\n<p>Die Strecke f\u00fchrte danach etwas ruhiger weiter in Richtung Artemisia, ein kleines D\u00f6rfchen, welches sich kurz hinter der Passh\u00f6he befand und welches man mit der &#171;Hauptstrasse&#187; sch\u00f6n am Rande streifte.<\/p>\n<p>Doch hinter Artemisia folgte was bei jedem Pass folgt: es geht auch wieder bergab. Doch im Gegensatz zum Aufstieg folgte eine Vielzahl von Serpentinen mit supersteilen Kehrtwenden. Noch bevor ich die dahinterliegende Talsohle erreicht hatte, war mir klar, dass diese Strecke mit einem Wohnwagen &#8211; egal welcher Gr\u00f6sse &#8211; unm\u00f6glich zu schaffen war. Doch ob ich diese mit meinem Camper zu Ende bringen k\u00f6nnte, wusste ich inzwischen auch nicht mehr. Erst als mir im Tal ein 40-T\u00f6nner entgegen kam, war ich etwas beruhigter.<\/p>\n<p>Doch schon im Tal wurde mir klar, dass dies nicht der letzte Bergpreis sein w\u00fcrde. Denn es ging, nach einer kurzen Passage entlang dem Berg &#8211; nat\u00fcrlich weiterhin alle 100 Meter mit dem Hinweis auf Felssturz &#8211; wieder bergauf. Nur diesmal noch deutlich strenger als beim ersten Aufstieg &#8211; und deutlich l\u00e4nger. Insgeheim hoffte ich, dass der vorherige Lastwagen der Einzige sei, welcher sich aktuell auf dieser Strecke befindet. Ein paar andere Camper passierten mich. Eine Begegnung war derart eng, dass beide Fahrer die Seitenspiegel einklappen mussten. So hatten wir einen kurzen Moment, bei welchem beiden deutlich klar wurde, dass unsere aktuelle Position noch nicht die letzte Herausforderung dieser Strecke bot. Mein Gegen\u00fcber, ein Mann von ca. 65 Jahren, war vom Schweisse gebadet und sah deutlich abgek\u00e4mpft aus. So als ob der Rest der Strecke mindestens nochmal so hart werden w\u00fcrde wie das, was ich schon hinter mir hatte.<\/p>\n<p>Meine Bef\u00fcrchtungen waren richtig. Denn nun ging es beim zweiten Anstieg nicht mehr auf 500 H\u00f6henmeter, sondern auf 1&#8217;318 Meter \u00fcber Meer, bis ich die Passh\u00f6he erreicht hatte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-295\" src=\"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_121555-1024x498.jpg\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_121555.jpg 1024w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_121555-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_121555-660x321.jpg 660w\" sizes=\"(max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-296\" src=\"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_122100-1024x498.jpg\" alt=\"\" width=\"665\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_122100.jpg 1024w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_122100-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190617_122100-660x321.jpg 660w\" sizes=\"(max-width: 665px) 100vw, 665px\" \/><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man nun behaupten, dass sich die Strapazen lohnen w\u00fcrden. Aber da m\u00f6chte ich entschieden widersprechen. Auf dem zweiten Bild ist die Strasse zu seien &#8211; und auch das steinige Feld, welches man zun\u00e4chst nach oben schauend und sp\u00e4ter dann nach unten erkennend passiert. Dazwischen liegt \u00fcbrigens nur eine einzige Kurve.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Highlight dieser Reise bot mir das kleine D\u00f6rfchen Tripi, welches ich zur Mittagszeit passierte. Tripi wurde effektiv in den Hang gebaut und es ergab sich f\u00fcr mich keinen nennenswerten Grund, dass dort ein D\u00f6rfchen zu finden sei. Die gesamte Hauptstrasse &#8211; also meine Passstrasse &#8211; war von B\u00e4umen oder H\u00e4usern eingepfercht, welche, nicht wie bei uns mit Sicherheitsabstand &#8211; direkt und ohne Gehweg an die Strasse gebaut wurden. Damit h\u00e4tte ich ja noch leben k\u00f6nnen. Aber scheinbar ist der Gastwirt, der seine Taverne ebenfalls direkt an der Hauptstrasse hat, \u00e4usserst beliebt. Nur mit M\u00fche und viel Zirkeln konnte ich mich zwischen den parkenden Autos hindurchzw\u00e4ngen, welche nat\u00fcrlich, ganz s\u00fcdl\u00e4ndisch, neben den Parkpl\u00e4tzen einfach eine zweite oder teilweise dritte Reihe bildeten. Nun wusste ich definitiv, weshalb der alte Herr aus meiner fr\u00fcheren Begegnung mich mit furcht ansah.<\/p>\n<p>Nach Tripi hatte ich wohl das Meiste hinter mir. Denn die Strasse wurde flacher und deutlich ruhiger. Nat\u00fcrlich waren immer noch alle 100 Meter Warnhinweise auf Felsst\u00fcrze und Steine oder L\u00f6cher von Steinen auf der Strecke, aber wenigstens kamen keine nennenswerten Steigungen oder halsbrecherische Haarnadelkurven mehr hinzu.<\/p>\n<p>Kurz vor Sparta &#8211; ich sah das Zielf\u00e4hnchen schon auf meinem Navi &#8211; kam mir dann doch noch ein Lastwagen entgegen. Wo war nochmal die letzte Ausweichstelle hinter mir? Autsch&#8230; Das war ne Weile her. Nun ja: ich mit meinem Camper mit R\u00fcckfahrkamera gegen Sattelschlepper-Zug&#8230; Ich setze zur\u00fcck. Eine Herausforderung f\u00fcr sich ist nat\u00fcrlich das Zur\u00fccksetzen eines gemieteten Campers auf einer Passstrasse, bei welcher auf der einen Seite eine steile Felswand nach oben und auf der anderen eine ebenso steile Felswand nach unten f\u00fchrt, wobei nat\u00fcrlich die Sicherung der Fahrbahn irgendwie nicht mehr im Budget war. So fuhr ich eine ganze Weile r\u00fcckw\u00e4rts bis ich bemerkte, dass sich mir inzwischen noch drei andere Fahrzeuge im R\u00fcckw\u00e4rtsgang angeschlossen hatten.<\/p>\n<p>Ohne wirklich zu wissen, wie lange wir bereits im R\u00fcckw\u00e4rtsgang den Berg wieder hinauf fuhren, traf ich bei der Taverne Smari auf einen Herrn, der mich in eine Seitenstrasse lenkte. Mit den hinteren f\u00fcnf Fahrzeugen ist er wohl ebenso umgegangen, standen diese nun ebenfalls sauber aufgereiht hinter mir. So konnte der Lastwagen uns passieren und wir unseren Weg nach Sparta fortsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kalamata aus f\u00fchrte mein Weg heute noch nach Sparta, um die dortigen Ausgrabungen zu besichtigen. Ich w\u00e4hlte hierf\u00fcr die &#171;Toll Free&#187; Strecke. Dies tat ich einerseits, weil ich keine Lust auf schn\u00f6de Autobahn-Raserei hatte und andererseits, um das Hinterland auch mal zu sehen. Meine Entscheidung war falsch. 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