{"id":257,"date":"2019-06-11T22:29:43","date_gmt":"2019-06-11T20:29:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/?p=257"},"modified":"2019-06-15T16:33:20","modified_gmt":"2019-06-15T14:33:20","slug":"auf-nach-venedig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/2019\/06\/auf-nach-venedig\/","title":{"rendered":"Auf nach Venedig"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Erste, was man nach so einer Nacht dringend braucht, ist Kaffee. Ich bin ja ausger\u00fcstet und zog locker flockig meine Migros Delizio Kaffee Maschine aus der Schublade &#8211; morgens um 6 Uhr. Ist ja kein Problem, denn so einen L\u00e4rm macht das Ger\u00e4t ja bei der Zubereitung nicht. Wasser einf\u00fcllen, Kapsel einlegen, schliessen, an Strom h\u00e4ngen und los geht die Zubereitung. Voller Vorfreude dr\u00fccke ich den Knopf, die Maschine heizt auf und beginnt wie ein durchdrehender Rasenm\u00e4her zu knattern. MIST, den ich und zieh den Stecker. So laut hatte ich das Teil nicht in Erinnerung!<\/p>\n<p>Eine Stunde sp\u00e4ter h\u00f6re ich, wie meine Nachbarn selber eine Kaffee Maschine knattern liessen. Gut, denk ich, auf zum zweiten Versuch: Wasser ist noch drin, die Kapsel auch. Also fix wieder Strom anschliessen und Kn\u00f6pfchen dr\u00fccken. Ist ja ne Kaffee Maschine f\u00fcr die ganz Doofen: es gibt nur einen Knopf. Wieder beginnt sie zu rattern wie ein Rasenm\u00e4her. Doch zu meinem Erschrecken blieb die Tasse leer, als sich die Maschine abschaltete. Verfluchter Start f\u00fcr die Reise, denke ich und entschliesse mich, zun\u00e4chst die Morgentoilette hinter mich zu bringen und dann der Maschine eine letzte Chance zu geben.<\/p>\n<p>Kurz vor den Sanit\u00e4ranlagen f\u00e4llt mir ein, dass neben der Rezeption ein Getr\u00e4nkeautomat steht. Mit etwas Gl\u00fcck gibt es ja doch noch Hoffnung f\u00fcr Koffein, wenn auch mit Taurin gemischt, was mir zu dem Zeitpunkt allerdings vollkommen egal war. Die Geldb\u00f6rse hatte ich ja gl\u00fccklicherweise vom Vorabend noch in der Hose und entsprechend dabei. Doch direkt neben dem Getr\u00e4nkeautomaten steht, welch wunderbares Zeichen, ein Kaffeeautomat. So bekam ich doch noch vor der Morgentoilette meinen ersten Kaffee. Etwas umst\u00e4ndlich, aber daf\u00fcr umso gen\u00fcsslicher, stand ich gl\u00fcckselig vor dem Automaten, als mich zwei \u00d6sterreicher zur Seite schoben, um selbst das Schwarze Gold aus der Anlage zu bekommen. Sie h\u00e4tten es weniger gut wie ich, seien mit dem Motorrad quer durch Italien unterwegs und seien entsprechend auf diese Automaten angewiesen. So kamen wir fr\u00fch morgens ins Gespr\u00e4ch und tauschten lustige und spannende Erfahrungen aus.<\/p>\n<p>Kurz vor 8 Uhr verliess ich den Camping Sirmione in Richtung Desenzano. Denn ich wusste, noch aus den Erinnerungen unserer Italien-Rundreise, dass noch vor dem Ort ein riesiges Einkaufszentrum gebaut wurde. Mit etwas Gl\u00fcck wurde dort auch ein Elektronik-Fachmarkt integriert und damit meine Hoffnung f\u00fcr einen Ersatz meiner Kaffeemaschine gen\u00e4hrt. Nach Chiasso zur\u00fcckfahren, um dort im Migros eine Ersatzmaschine zu holen, war mir deutlich zu weit.<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich bekam ich die Chance. Denn das Gesch\u00e4ft war riesig. Gut 40 verschiedene Kaffeemaschinen von sicher 6 verschiedenen Herstellern standen zur Verf\u00fcgung. Aber Migros hatte ganze Arbeit geleistet: Delizio Kapseln passen wirklich nur in Delizio Maschinen. Also musste, neben einer neuen Kaffeemaschine, auch noch eine nette Sammlung Kapseln her. Check!<\/p>\n<p>Aus meiner Kindheit kannte ich noch den Super Markt gleich hinter der Autobahnbr\u00fccke in Desenzano. Diesen hatten wir eigentlich immer w\u00e4hrend unseren Ferien angefahren. Und auch nur, wenn Papi und ich wieder mal Lust auf eine ordentliche Menge Costini hatten. Nat\u00fcrlich gab es den Super Markt noch. Und da ich fr\u00fch genug unterwegs war, standen wenige Autos auf dem Parkplatz und ich konnte meinen T448 \u00fcber 4 Parkpl\u00e4tze abstellen. Doch nat\u00fcrlich blieb die Zeit auch in diesem Super Markt nicht stehen. Die Frischfleisch-Theke gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es abgepacktes Fleisch, welches zuvor hinter den Scheiben vorbereitet wurde. Entsprechend hatte ich keine Chance auf echte Costini und begn\u00fcgte mich halt mit dem Angebot der Auslagen. Schade, aber vertretbar.<\/p>\n<p>Kurz nach 9 Uhr war ich wieder auf der Autobahn Richtung Venedig. Fusina war mein Ziel, denn dort lag auch der Hafen der ANEK Lines, deren F\u00e4hre mich nach Patras f\u00fchren w\u00fcrde. Gem\u00e4ss Karten und meinem Navi befand sich in unmittelbarer N\u00e4he zum F\u00e4hrhafen ein Campingplatz, welchen ich mir f\u00fcr die Nacht ausgesucht hatte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-253 size-full\" src=\"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Fusina-Camping_Dock.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Fusina-Camping_Dock.jpg 720w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Fusina-Camping_Dock-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Fusina-Camping_Dock-660x490.jpg 660w\" sizes=\"(max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p>\n<p>Aber entgegen den Bildern und meiner Planung war die Anfahrt deutlich leichter als angenommen. Kurze Zeit sp\u00e4ter stand ich an der Schranke und wurde von der Rezeption gemustert. Ja, die Freundlichkeit liess beim Einchecken wahrlich zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Es schein, als ob sie an &#171;Tagestouristen&#187;, welche am n\u00e4chsten Tag die F\u00e4hre neben wollen, nicht wirklich interessiert seinen &#8211; und das auch in absoluter Nebensaison. Trotzdem liess man mich passieren. Meinen Parzelle k\u00f6nne ich mir selber aussuchen.<\/p>\n<p>Von Google Maps her wusste ich in etwa, wo ich mich hinstellen wollte: in die N\u00e4he der Einfahrt der F\u00e4hre zum Hafen, in der Hoffnung, dass ich diese morgen beim Einlaufen beobachten konnte.<\/p>\n<p>Dass sich hinter dem F\u00e4hrhafen noch ein Industriehafen befand, wusste ich allerdings nicht. Dies wurde mir erst bewusst, als der erste St\u00fcckgutfrachter in greifbarer N\u00e4he an meiner Parzelle vorbeifuhr. Ein Containerschiff folgte diesem in kurzem Abstand, was ich von meinem gem\u00fctlichen Platz bestens beobachten konnte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-254 size-full\" src=\"http:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190611_133041.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190611_133041.jpg 1024w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190611_133041-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.blicki.ch\/prod\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190611_133041-660x495.jpg 660w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Sichtlich begeistert nam ich mir den Stein als Sitzplatz vor und beobachtete das Schauspiel aus Frachtschiffen, gehenden und wiederkehrenden Schleppern und freute mich schon auf mein kleines St\u00fcck Fleisch, welches eine ganze Etage meines K\u00fchlschrankes in Anspruch nahm&#8230;<\/p>\n<p>Den Abend liess ich mit einem ausgedehnten Telefonat mit Jasmin ausklingen. Ein Telefonat, welches mir wirklich gut tat und mich in vielerlei Hinsicht wirklich best\u00e4rkte und kr\u00e4ftigen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Erste, was man nach so einer Nacht dringend braucht, ist Kaffee. Ich bin ja ausger\u00fcstet und zog locker flockig meine Migros Delizio Kaffee Maschine aus der Schublade &#8211; morgens um 6 Uhr. Ist ja kein Problem, denn so einen L\u00e4rm macht das Ger\u00e4t ja bei der Zubereitung nicht. 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